SCHULTERBLICK FORSCHUNG - Ausgrabungen in der Höhle des Löwen "Ifri N'Etsedda"

Die diesjährige Grabungskampagne des SFB 806 (Projekt C2) im östlichen Rif in Marokko fand in der 2008 entdeckten Höhle Ifri N’Etsedda vom 1. März  bis zum 16. April 2012 statt. Die in der Kebdana liegende Höhle konnte nur über einen teils steilen und stark mit dornenbewehrten Pflanzen bewachsenen „Weg“ erreicht werden, sodass der spätere Abtransport des vollständig geschlämmten Sediments nur mit Hilfe eines Maultiers zu bewältigen war. Begleitet wurde die Kampagne von schönem sommerlichem Wetter mit bis zu 35°C, aber auch von anderthalb Wochen schlechtem kalten Wetter mit teilweise kräftigen Regenschauern.

Insgesamt wurde eine 2 x 2 Meter große Sondage angelegt. Dabei wurden Schichten von der Neuzeit bis ins Frühneolithikum angeschnitten. Die stark mit Schnecken versetzten Schichten des Neolithikums erschwerten das spätere Sortieren erheblich und lösten bei der Ausfuhr von fünf 100 Liter Säcken, gefüllt mit Schnecken zur Untersuchung im Museum König, bei verschiedenen Behörden starke Verwunderung aus.

Besonders erfreulich waren die sehr engagierten und durchweg freundlichen Bewohner der umliegenden Gehöfte, welche die Grabung an einem Sonntag mit großem Interesse besuchten. Da die diesjährige Kampagne in der Ifri N’Etsedda ein voller Erfolg war, harrt sie nun weiterer Ausgrabungen in den kommenden Jahren, bei denen hoffentlich in noch ältere Zeiten vorgestoßen werden kann.

Manuel Broich

Studentischer Mitarbeiter

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Jubiläumsgast angekommen

Gestern vor 75 Jahren, am 1. Mai 1937, wurde das erste Neanderthal Museum eröffnet. Und pünktlich zu diesem Jubiläum ist auch unser Überraschungsgast angekommen. Adrie Kennis hat ihn gebracht. Genaueres wird erst Freitag verraten!

Beste Grüße aus dem Neandertal

Bärbel Auffermann

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Die "Affen" sind los...

Das Jahr 2012 ist unser Jubiläumsjahr!!! 75. Jahre besteht nun das Neanderthal Museum.

Zuerst in einem kleinen Museum, seit 1996 in dem neu errichteten Spiralgebäude können Besucher täglich die Geschichte der Menschheit erlesen, betrachten und erfahren.

Wenn dies kein Grund zu feiern ist, was dann?

Unsere Jubiläumsausstellung  „Wie Menschen Affen sehen“ ist seit dem 31. März für kleine und große Besucher geöffnet. Zwei Wochen Osterferien bescherten unseren „Affen“ enorme Besucherzahlen.

Ob Schimpanse, Gorilla, Orang-Utan oder Bonobo -  die Menschenaffen sind unsere nächsten Verwandten und deswegen wahrscheinlich so interessant für uns. (Und wir auch für sie?)

Die Ausstellung beleuchtet neben grundsätzlichen Themen, wie die komplexen Sozialstrukturen und die intelligente Werkzeugnutzung der Menschenaffen, auch die wohl nicht offensichtliche, aber bereits weit voran geschrittene Bedrohung,  Ausrottung und Vernichtung  unserer Verwandten.

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Zentrales Anliegen unserer Jubiläumsausstellung ist jedoch der kulturgeschichtliche Blick auf den Menschenaffen.

Seit Jahrzehnten muss der uns so ähnliche Menschenaffe als Schauobjekt für Zoobesucher herhalten, in kleinste Käfige isoliert gepfercht und alles andere als artgerecht gehalten. In einem großen eisernen Käfig, ganz am Ende der Ausstellung, kann der Besucher nun selbst einmal „Affe im Zoo“ spielen. Ein Umdenken hat inzwischen schon einmal für einen Teil von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren dafür gesorgt, dass artgerechte Anlagen, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Tiere angelegt wurden. Aber nicht nur der Affe im Zoo musste viel über sich ergehen lassen, auch Stars wie „Cheetah“, „Unser Charly“ oder „King Kong“ prägen in bunten Kostümen, absolut vermenschlicht, die Wahrnehmung von uns allen bis heute.

Ein Umdenken vor allem in unserer westlich orientierten Kultur, gibt es spätestens, seitdem sich Vorreiter wie Jane Goodall, Dian Fossey oder Biruté Galdikas  einen Namen in der Verhaltensforschung gemacht haben. Teilweise jahrelang lebten sie mit Schimpansen, Gorillas und Orang-Urans in der Wildnis, wo sie herausgefunden haben, dass Menschenaffen weitaus intelligenter  und uns vor allem, auch weitaus ähnlicher sind als bisher angenommen.

Eben doch nicht nur ein Clown im Affenkostüm!

 

Leider gibt es immer noch Länder, in denen illegal Dutzende von Affen angeboten werden. Als Jungtier gefangen, dienen sie bis zur Pubertät, in der sie unberechenbar werden, als Touristenattraktion, als Versuchstier, als lebender Medizinvorrat oder als Belustigung in Bordellen.

Sehr direkt und anschaulich, manchmal bedrückend, führt die Ausstellung mit offen präsentierten Tatsachen letztlich zu Wahrheiten, vor denen immer noch viele von uns die Augen verschließen. Trotzdem verlässt man das Museum nach dem Besuch keineswegs in bedrückter Stimmung. Metallboxen mit Löchern, häufig für die Beschäftigung von Zoo-Affen aufgestellt, sollen den Besucher animieren, sich Leckereien mit Hilfe von einem Holzstöckchen herauszuangeln.  Eine spaßige Angelegenheit, die jedoch auch Geschick und Konzentration benötigt!

Im Foyer des Museums kann man anschließend dann noch eine gute Tat verrichten, indem man Althandys in die dafür vorgesehene Plexiglas-Säule wirft. In Kooperation mit dem Kölner Zoo sammelt das Museum sie für ein Gorilla-Schutzprojekt.

Viele Grüße aus der Mediathek

Saskia Adolphy


 

SCHULTERBLICK FORSCHUNG - Bohrungen des SFB 806 in den Lagunen von Campillos

Alle Teams sind jetzt aus Andalusien zurück oder zumindest auf dem Weg nach Deutschland - bis auf eins. Unser Bohrteam vom Institut für Neotektonik & Georisiken der RWTH Aachen wird noch bis Montag nördlich von Ardales hart arbeiten. Denn der SFB ist nicht nur in den archäologischen Fundstellen aktiv sondern auch in „Off-Site-Archiven“. Das sind Klimaarchive aus dem Einzugsgebiet der Fundstellen. In Guadalteba haben wir den enormen Standortvorteil, dass nur wenige Kilometer von Las Palomas und Cueva Ardales entfernt Lagunen liegen. Diese alten Seen, hatten in der späten Eiszeit oder am Beginn des Holozäns eine große Ausdehnung und waren noch mehrere Meter tief. Heute dagegen fallen sie zeitweise trocken. In den Seebecken haben sich teilweise mehrere 10.000 Jahre alte Sedimente erhalten, die aufgrund von Pollendaten und ihrer geochemischen Zusammensetzung detailliert über die Klimageschichte der Region Aufschluss geben.

In der vergangenen Woche wurde in den Lagunen Dulce, Salada, Fuente Piedra, Gosque und Ratosa mit Erlaubnis des staatlichen Umweltamtes der Provinzen Malaga und Sevilla gebohrt. Da Wasservögel auf den Lagunen teilweise schon mit dem Brutgeschäft beginnen, ist große Vorsicht geboten. Die meisten Bohrungen wurden im Randbereich der Lagunen durchgeführt; andere von einem Ponton aus mitten im See. Wegen des starken Windes in der letzten Woche, konnten die Lagunen aber meistens nicht befahren werden. Trotz der widrigen Wetterbedingungen ist es dem Team gelungen, an manchen Stellen bis zu einer Tiefe von 9 m zu bohren. Insgesamt sind in den Lagunen Bohrkerne mit einer Länge von weit über 100 m gezogen worden. Das ist zum großen Teil eine sehr nasse und sehr harte Knochenarbeit.

Wir sind alle gespannt, mit welchen neuen Klimadaten das Team aus Aachen zurückkommen wird.

Mit besten Grüßen

Gerd-Christian Weniger

Lagunen_campillos

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SCHULTERBLICK FORSCHUNG - Ausgrabungen in Guadalteba

Seit dem 14. März ist ein Team im Rahmen unserer Forschungen des SFB 806 in Andalusien. Wir setzen die im Herbst vergangenen Jahres begonnenen Arbeiten in zwei Höhlenfundstellen fort. Las Palomas de Teba ist ein Höhlensystem mit mehreren Etagen nördlich von Ardales. Im höchsten Bereich des Systems untersuchen wir einen Schacht, die sogenannte Sima. In historischer Zeit wurde an der Rückwand des Felsens ein fast sieben Meter tiefer und etwa drei Meter breiter Schacht ausgehoben. Dabei wurden auf der gesamten Distanz Schichten mit Besiedlungsspuren des Neanderthalers angeschnitten. Für uns Archäologen wurde unbeabsichtigt ein großes Fenster in die Fundstelle geöffnet. Wir nehmen Proben aus dem Profil um das Alter der verschiedenen Phasen datieren zu können. Mit Sediment- und Pollenproben wollen wir die Klimageschichte der Region rekonstruieren und natürlich interessieren uns die vielen Steinartefakte, die wir aus dem Profil geborgen haben.

In der Cueva Ardales haben wir mit Hilfe unserer Kollegen aus der Geoinformatik fast den gesamten Höhlenraum und außen den gesamten Vorplatzbereich und Teile der Bergkuppe mit einem Laserscanner erfasst. Außerdem nehmen wir in der Höhle die Höhlenmalereien und Gravierungen an den Wänden mit einem Streifenlichtscanner auf. Dieses Verfahren wird von uns erstmals zur Dokumentation paläolithischer Höhlenkunst eingesetzt. Die Ergebnisse sind hervorragend. Die Auflösung der Scans reicht bis 0,03 mm. Wir können jetzt schon sagen, dass in Zukunft eine Bearbeitung von Höhlenkunst ohne Streifenlichtscanner nicht mehr sinnvoll sein wird. Dazu testen wir noch andere Scanverfahren, um „mehr“ auf den Wänden sehen zu können.

Die spanischen Medien haben sich inzwischen des Themas angenommen und umfangreich über unsere Arbeiten berichtet.

Die Zusammenarbeit in unserem Team klappt ausgezeichnet und die Kooperation mit unseren spanischen Partnern „es una maravilla“. Wegen des für morgen angekündigten Generalstreiks in Spanien, reisen wir heute schon ab, um zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Wie Menschen Affen sehen“ rechtzeitig im Museum zu sein.

Saludos cordiales desde Ardales

Gerd-Christian Weniger und Andreas Pastoors

 

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SCHULTERBLICK FORSCHUNG - Steinzeitforschung des SFB 806 in Marokko

Seit dem 03. März läuft wieder unsere Frühjahrskampagne im östlichen Riff in Marokko. Unser Camp, das wir mit unseren Kooperationspartnern der KAAK (Kommission für die Archäologie außereuropäischer Kulturen) und des INSAP (Institut Nationale des Sciences de l'Archéologie et du Patrimoine) teilen, liegt wie jedes Jahr bei Afsou südlich von Nador. Nachdem die Ausgrabungen in der Ifri Oudadane im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnten, haben wir in diesem Jahr mit Sondagen in zwei kleinen Höhlen begonnen, die wir von unseren Prospektionen bereits kannten. Die Arbeiten in der Ifri N’Oudai haben wir nach einem Tag wieder eingestellt, da die Sedimente durch moderne Begehungen stark durchwühlt sind. In der Ifri Ozira wurde mit Grabungen begonnen. Aufgrund der Oberflächenfunde und einer Bohrung haben wir geringmächtige Besiedlungen des Neolithikums und des Epipaläolithikums erwartet.

Parallel zu den Grabungen ist eine Gruppe unseres Teams täglich zu Prospektionen im Gelände unterwegs auf der Suche nach Höhlenfundstellen. Dabei orientieren wir uns mit Hilfe topographischer Karten. Denn manchmal sind in den Karten Höhlen eingetragen. Meist folgen wir aber den Signaturen für Felskliffs. Bei der Beurteilung eines Untersuchungsgebiets spielen daneben die Höhenlage der Felsformationen und ihre Lage in dem potentiellen Nutzungsmuster eiszeitlicher Jäger- Sammlergruppen eine Rolle: Liegt das Prospektionsgebiet am Rand einer Ebene mit guter Fernsicht oder könnte das Gebiet als Passage zwischen zwei Nutzungsarealen gedient haben. Auf diese Weise haben wir gestern am Rande der großen Ebene südlich von Saka auf engem Raum vier Felsschutzdächer mit umfangreichem Fundmaterial entdeckt. Es wird vom weiteren Fortgang unserer Arbeiten abhängen, ob wir hier Sondagen durchführen werden.

Dass es neben Höhlenfundstellen auch sehr interessante Freilandfundstellen gibt, belegt ein Fundplatz in Hochflutlehmen des Melloulou in der Stadt Guercif am südlichen Rand unseres Untersuchungsgebietes. Bei Bauarbeiten für eine neue Brücke mitten in der Stadt wurde im Uferbereich des Flusses ein dickes Schichtpaket mit mehreren Besiedlungen des Iberomaurusien vom Ende der letzten Eiszeit entdeckt. Unser Kooperationspartner Abdeslam Mikdad konnte hier eine 20 m2 große Fläche untersuchen. Zahlreiche Feuerstellen und etwa 10.000 Funde wurden aus dem Areal geborgen.

Die Arbeiten um Afsou haben wir gestern beendet und heute zieht das gesamte Team in den neuen Standort Ras el Mar an der Küste um. Von da aus sollen Ausgrabungen in der Höhlenfundstelle Ifri N’Etsedda in den Kebdana-Bergen gestartet werden. Ich kann leider nicht dabei sein, da ich bereits auf dem Weg zurück nach Deutschland bin, um in der nächsten Woche zu unserem Team in Ardales, Andalusien zu stoßen.

Mit den besten Grüßen aus Marokko Gerd-Christian Weniger

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Knochenarbeit. Wenn Skelette erzählen

…Und da ich schon mal in Basel war, habe ich mir auch verschiedene Museen angeschaut. Die Sonderausstellung Knochenarbeit. Wenn Skelette erzählen im Naturhistorischen Museum fand ich beeindruckend, anschaulich und lehrreich! Bei aller Begeisterung stand ich aber auch mal wieder der Frage, ob man menschliche Überreste im Museum ausstellen sollte, unschlüssig gegenüber. (Siehe dazu auch den Blogbeitrag von Kerstin Pannhorst ). Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.

Beate Schneider M.A. 

 

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Wenn Angela Merkel ein Auto wäre, welcher Typ von Auto würde sie sein?

Auch diese Frage kann Teil einer Besucherforschung im Museum sein, lernte ich beim Workshop letzte Woche in Basel. Die Museumsakademie Universalmuseum Joanneum lud zur Tagung "Der gefragte Gast".  Evaluieren, so erfahre ich, ist im Trend. Besucher werden befragt und beobachtet, um herauszufinden, ob wir Museumsschaffenden die richtigen Dingen tun und ob wir die Dinge richtig tun. Vieles wird evaluiert, häufig viel zu viel. Angesammelte Datenmengen riskieren, aufwendig zu werden, unpräzise Antworten zu liefern und unverbindlich zu bleiben. So etwas will keiner! Dementsprechend voll ist der Workshop von Ben Gammon am Freitagnachmittag. Hier lernen wir Ziele, messbare Indikatoren und Fragen zu formulieren und zu präzisieren - sehr bereichernd und gleichzeitig unterhaltsam! Klar, dass ich jetzt sofort mit Besucherforschung anfange: Wenn Sie ein Neanderthaler wären, was würden Sie von Homo sapiens sapiens ausstellen?

Beate Schneider

 

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Galgen, Rad und Scheiterhaufen in Kassel eröffnet

Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel hat unsere Wanderausstellung zu Richtstätten übernommen. Am Freitagabend wurde sie dort eröffnet, an einem äußerst passenden Platz: Ein Museum, das sich ausschließlich dem Thema Tod und Bestattung widmet. Die Kasseler Kollegen haben die Ausstellung mit regionalen Funden angereichert und sehr schön präsentiert. Wir wünschen auch dort viele interessierte Besucher!

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann 

 

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Menschliche Körperteile im Museum?

Heiß diskutiert wurde Ende letzter Woche im Wien Museum. Bei dem Workshop „Ja, nein, gegebenenfalls. Gehören menschliche Überreste ins Museum?“, den die in Graz ansässige Museumsakademie organisiert hatte, trafen viele verschiedene Perspektiven aufeinander. Anthropologen und Ethnologen, Archäologen und Juristen, Biologen und Historiker kamen zusammen, um sich zwei Tage lang ausgiebig diesem Thema zu widmen.

Was zunächst makaber klingen mag, erklärt sich schnell. Zu den „menschlichen Überresten“ gehören ziemlich viele Kategorien von Ausstellungsstücken: Schädel, archäologische Skelette, Mumien, medizinische Präparate, Schrumpfköpfe oder auch religiöse oder künstlerische Objekte, die menschliche Körperteile enthalten. Zu letzten gehören beispielsweise knochenhaltige Objekte aus dem Voodoo Kult Haitis, tibetische Flöten aus menschlichen Langknochen oder christliche Reliquien.

Workshop_wien

Fragen über Fragen taten sich auf. Soll ein Museum solche Exponate ausstellen? Und wenn ja, was ist eine angemessene Ausstellungsform? Sollte man sich entscheiden, sie nicht auszustellen, was tut man dann damit? Was ist eine geeignete Aufbewahrungsform? Möchte man sie nicht aufbewahren, sondern zurückgeben: an wen gibt man sie zurück? Und Wie?

Gerade bei historischen Sammlungen menschlicher Überreste werden diese Fragen noch durch damalige, häufig fragwürdige Sammelpraktiken verkompliziert. Wie geht ein Museum mit einer solchen Sammlung verantwortungsbewusst um? Es waren keine einfachen Fragen, denen wir uns stellten, weshalb sich auch keine einfachen Antworten finden ließen. Die Gespräche in Wien bieten allerdings eine Grundlage, auf der nun weitergedacht und -gearbeitet werden kann.

Fragende Grüße aus dem Neandertal

Kerstin Pannhorst